
Der Vulkan war beunruhigt. Die Menschen waren damals ganz in seiner Nähe gelandet und er hatte nichts unternehmen können. Schon viel zu lange war er nicht mehr tätig gewesen. Aber ohne Befehl durfte der nicht ausbrechen. Vor vielen Jahren hatte er bei einem Ausbruch eine neue Insel geschaffen, das war sehr anstrengend gewesen. Er durfte dabei nichts kaputt machen, doch das war bei einem Ausbruch ziemlich schwierig.
Die VUGs -vulkanisch unheimliche Geister-, die in ihm lebten, waren schon ganz ungeduldig und immer mal wieder entwischte eins und schwebte als große, schwarze Wolke über ihm. Er hatte sie jedoch gut im Griff. Als er so vor sich hin grübelte, sah er plötzlich eine große Wolke und schon waren seine kleinen Geister bei ihm.
Erst redeten alle durcheinander, aber dann schob sich der Größte von allen vor und sprach: „Großer Meister, wir haben Nachrichten aus der Burg erhalten. Es ist so weit. Anastasia, die Königin der Erdwesen, hat uns endlich den Befehl geschickt. Du kannst loslegen und den Zugang zu unserer Insel mit einem Felsenriff sichern. Nur noch Eingeweihte und Menschen mit reinem Herzen werden dann den Zugang zu unserer Insel finden. Wir sind schon ganz aufgeregt.“
Alle VUGs begannen eifrig zu tuscheln und ließen immer mal wieder ein kleines Wölkchen in den Himmel entweichen. „Bleibt ganz ruhig meine Freunde, das sind ja mal gute Nachrichten. Da habe ich schon lange drauf gewartet. Also dann lasst uns mal loslegen.“ Die Geister schwebten davon, um ihre restlichen Freunde zu suchen. Bei einem Ausbruch sind alle wichtig. Gleich legten die Geister los und machten ordentlich Feuer im Bauch des Vulkans.
Vulkanus sammelte alle seine Kräfte und konzentrierte sich. Es brodelte in seinem Inneren und auf einmal schoss die Lava aus seinem Kegel hoch in die Luft. Er musste vorsichtig sein und die flüssigen Steine in die richtige Richtung lenken. Alles sollte ins Meer stürzen und keinesfalls aufs Land. Aber die Geister waren auch hier zur Stelle und halfen ihm. Weit genug vom Land entfernt, fielen die Steine ins Meer und eine riesige Aschewolke stieg in den Himmel. Immer mehr Lava floss ins Meer. Nach fünf Stunden hatte Vulkanus seine Arbeit getan und rief alle vulkanisch unheimlichen Geister wieder zurück.
Das Felsenriff war entstanden. Dem Größten seiner Helfer gab er einen Auftrag: „Schicke ein paar deiner kleinen Geister in die Burg. Sie sollen Anastasia die Nachricht überbringen und können dann in den Kamin einziehen. Die Burg ist dann endlich wieder komplett und der Zauber gebrochen.“ Begeistert machte sich der Geist auf den Weg zu seinen Kumpels und fand sehr schnell ein paar Freunde, die diese Aufgabe übernehmen wollten. Jetzt konnte sich Vulkanus beruhigt wieder zur Ruhe begeben und ein paar Jährchen schlafen. Gute Nacht.